Das 50-jährige Bundesjubiläum

Am 17. und 18.Juni 2000 feierte der Schönstatt-Familienbund den 50. Gedenktag seiner Gründung am Dreifaltigkeitssonntag des Jahres 1950. Bei allen Veranstaltungen herrschten strahlendes Bilderbuchwetter und eine ebenso strahlende Stimmung.

Vom Pfingstsonntag, 11.6.2000, bis zum Donnerstag in der Pfingstwoche trafen sich im Josef-Kentenich-Hof die Bundesleitungen der vier autonomen Bundesgemeinschaften Argentinien, Chile, Paraguay und Deutschland, um Fragen der internationalen Föderation des Schönstatt-Familienbundes zu besprechen.

Das eigentliche Jubiläum wurde als großes internationales Familienfest begangen. Die Familien kamen mit vielen Kindern nicht nur aus Deutschland, West- und Osteuropa sondern auch aus Mittel- und Südamerika. Viele von ihnen waren in der Pfingstwoche zu Gast bei Bundesfamilien in Deutschland, um das internationale "Netz der Hausheiligtümer" zu knüpfen.
Die Feier begann am Samstag, dem 17.Juni auf dem Josef-Kentenich-Hof in Hillscheid und erlebte am folgenden Dreifaltigkeitssonntag mit etwa 700 Teilnehmern ihren geistlichen Höhepunkt im Pontifikalamt mit Kardinal Joachim Meisner in der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt. Anwesend waren neben den zahlreichen Vertretern anderer Gemeinschaften Schönstatts auch etliche Vertreter des öffentlichen Lebens.

Die meisten Familien mussten wegen der beschränkten Kapazität des Josef-Kentenich-Hofes in den Häusern in Schönstatt untergebracht werden. Doch viele von ihnen waren bereits am Freitag und noch früher zum J.-Kentenich-Hof gekommen, um bei den Vorbereitungsarbeiten mitzuhelfen, sich mit den Neuankommenden zu freuen und "Heimatluft" zu atmen.


der Josef-Kentenich-Hof bei Hillscheid

Am Samstag waren es über 600 Teilnehmer, Familien mit ihren Kindern, die sich in und vor der Kapelle des Hofes versammelten und gemeinsam die besonders familienhaft gestaltete Eucharistie feierten.
Familie Martin, das Leitungsehepaar des Familienbundes in Deutschland begrüßte alle Anwesenden herzlich, vor allem die "TAM"s, die "temporär assoziierten Mitglieder" des Familienbundes. Wie sich bald herausstellte, waren damit die Kinder und Jugendlichen gemeint.

Vor dem Bundesheiligtum
Ehepaar Martin begrüßt

Ein abwechselungsreiches Programm hatte man sich einfallen lassen: von der Krabbelstube für die Kleinsten, über Tombola, Zauberer, Theater- und Videoaufführungen für die Größeren sowie Volkstanz, Alphornblasen, Jodeln, Fotoausstellung wichtiger Stationen der fünfzigjährigen Familiengeschichte für die Älteren. Das Programm sprach Jung und Alt gleichermaßen an. Immer wieder erklang der Jubiläumskanon auf: "Familie stark im Bund". Diese einprägsamen Worte und die fetzige Melodie kannten sehr bald auch unsere ausländischen Teilnehmer.

Polonaise

K.Kessler mit dem Alphorn

Jodlerinnen aus der Schweiz
Volkstanz im Festzelt

polnische Kinder

Schaukel auf dem Spielplatz

     
Besonders eindrucksvoll war die Vigilfeier. Im Rahmen dieses feierlichen Abendgebets am Samstag erinnerten sich die Familien an die Romfahrt des Familienbundes 1998, die ganz im Zeichen des Hl.Geistes gestanden hatte. Unvergesslich war allen die Begegnung mit dem Papst, der die Familien zusammen mit ihren Kindern, Kleinkindern und Jugendlichen zu einer Privataudienz in der "Sala Clementina" empfangen, mit ihnen gesprochen und schließlich ihr Heilig-Geist-Symbol gesegnet hatte.

Dieses von den Familien nicht nur materiell, sondern vor allem geistig erarbeitete Symbol des Hl.Geistes, eine goldene Taube, wurde an diesem Samstagabend im Schönstattheiligtum auf dem Josef-Kentenich-Hof angebracht, wobei im Kreis der vielen Landesfahnen die "Feuer der Nationen" um das Heiligtum in den klaren Abendhimmel loderten. Dazu die Gesänge und Gebete "in allen Sprachen, Zungen und Nationen" - es war wie ein Pfingstereignis! Noch tief in die Nacht hinein erklangen stimmungsvolle und fröhliche Lieder in deutsch, polnisch, spanisch, tschechich und noch anderen Sprachen.
Ehepaar Breyer, 1.Kurs

Prof.Dr.Norbert Martin
     

Der Festakt am Sonntag in der Aula der Anbetungskirche begann mit Musik und Ansprache, wie es eben bei Festakten üblich ist. Aber dann folgte ein herzerfrischendes Singspiel, das nur bei Familien möglich ist: Ein Sprecher mit dem Zeitenfernrohr blickte in die Geschichte und die Zukunft des Familienbundes. Begleitet von einer Sing- und Instrumentalgruppe hüpften dabei auch Hühner und kleine Schweinchen über die Bühne, um die Anfangszeit des Josef-Kentenich-Hofes zu veranschaulichen. - Sogar ein Kardinal, ganz in Purpur gekleidet, spielte mit.

Der richtige Kardinal, Kardinal Meisner, feierte anschließend mit den Familien die Eucharistie. In der großen Anbetungskirche auf Berg Schönstatt, die bis auf den letzten Platz gefüllt war, hielt er eine marianische Festpredigt mit aktuellen Bezügen zur kirchlichen Lage in Deutschland, die von den Zuhörern mit großem Applaus aufgenommen wurde. Besonders eindrucksvoll war die Gabenprozession, bei der alle Generationen und alle Nationen Gaben und Symbole brachten, und Kardinal Meisner sich den einzelnen, vor allem den Kindern mit ihren Blumen, mit aufmunternden Worten zuwandte. Danach fuhr er mit hinauf zum Josef-Kentenich-Hof, wo den ganzen Nachmittag bis in die Nacht hinein gefeiert wurde. Die ersten mussten sich allerdings schon vor der Schlussandacht am Nachmittag auf den z.T. langen Heimweg oder Flug begeben.
1942

1950

1962

1977
Festgottesdienst

Kinder bringen Blumen

Segen

"Gabentisch"

Gestärkt und voll Freude über das herrliche Fest gibt diese geistlich und menschlich begeisternde Erfahrung den Familien Mut und neuen Schwung, die Ziele der Gemeinschaft im Alltag trotz aller Widrigkeiten und eigenen Unzulänglichkeiten immer wieder neu anzugehen.

(Ein kurzer Bericht über das Jubiläum befindet sich auch in den News des Press-Office )
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