Bundesfamilien berichten     -    Oktober - November 2011

            

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Lebendige Vielfalt im Familienbund   -   Paraguay - Brasilien
31.Oktober - 6.November :    Start-Tagung der Ü-30-er
Feierstunde der DG West im Kölner Heiligtum
Nochmal Jahresparole 2012

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Lebendige Vielfalt im Familienbund

ein Bericht aus Paraguay und Brasilien von Gertrud und Hans Zier

Das letzte Leitungstreffen des Internationalen Familienbundes fand dieses Mal Ende Oktober in Paraguay statt. Eine Bundesfamilie hatte ihr Ferienhaus in San Bernardino am Ypacarai-See zur Verfügung gestellt, wo wir eine gute Woche lang in Abgeschiedenheit und schon sommerlicher Wärme ungestört tagen konnten. (Ähnlich wie im Juli/August 2003 - Siehe den Bericht "In Paraguay küsst man doppelt"!). Die Nähe von Tuparenda mit dem großen Schönstattzentrum und Caacupé, dem nationalen Marienwallfahrtsort und die leicht erreichbare Hauptstadt Asunción mit ihrem Schönstattzentrum gaben in den Sitzungspausen die Möglichkeit, mit dem Familienbund von Paraguay und der Bevölkerung in Kontakt zu kommen.
Die internationale Leitung tagt in San Bernardino <
Beeindruckend für uns waren jeweils die großen Mengen von Wallfahrern, die wir vom Hörensagen kannten. Beim Besuch der Virgen von Caacupé bei der Mater ter admirabilis in Tuparenda trafen sich Marienverehrer - also fast jeder Paraguayaner - der Region mit Mitgliedern der Schönstattbewegung. Die lange Tradition des Landes und die junge geistliche Bewegung tun sich leicht miteinander. Militär regelt den Verkehr und spielt zum Gottesdienst mit der Blaskapelle, Familien- und Freundschaftstreffen werden auf diesen Tag gelegt, wir als Gäste aus Deutschland haben die Ehre, die Gaben zum Altar zu bringen. Das etwaige Durchschnittsalter: die Generation unserer erwachsenen Kinder mit ihren Kindern. Unzählige Begegnungen und persönliche Vorstellungen, die meist mit der Bitte enden, einen Gruß nach Alemania ins Heiligtum und zum Gründer mitzunehmen.

Platz zum Lagern und Treffen ist im lichten Park von Tuparenda im Überfluss. Auf der anderen Seite die Gebäude der Bewegung und des Seminars. Eine kleine Stadt gruppiert sich auf Terrassen an den Hang, verbunden mit Arkaden, Nischen, Stegen, Loggias, alles im Schatten der Bäume, im Duft vieler wildwachsender Orchideen, blühender Sträucher und kleiner Wiesen. Ist der Besucher drinnen oder draußen? Immer neue Fluchtpunkte der in Naturstein belassenen Baulichkeiten. Viele Menschen können hier verweilen, ohne dass sie in der Masse sind, aber vielen kann man begegnen. Architekt Ramón Marini freut sich, dass man sich an solch einem Ort sofort zuhause fühlt.
Die Gottesmutter von Caacupé besucht die MTA von Tuparenda
Beim Heiligtum in Tuparenda
Internationale Leitung mit Dolmetscherin

Die herzerfrischende Begegnung mit den jungen Seminaristen und ihrem Begleiter, P. Francisco, die Hl. Messen in der Pfarrei von San Bernardino mit den vielen jungen Familien und den quicklebendigen Kindern, die auf ihre Weise die Liturgie halten, die unauffällige und umsichtige Versorgung mit Essen (Regie: Marité Marini) und allem, was wir brauchen (Moskitoabwehr, Getränke bei hochsommerlichen Temperaturen, Sauberhalten des Swimmingpools etc.) durch das Hausverwalterehepaar Arsenio und Fidelina, all das macht uns die Arbeit leichter. Am besten geht sie morgens und abends bei glutroten Sonnenuntergängen von der Hand, wenn die Moskitos nicht zu unverschämt die überdachte Loggia durchziehen. Räucherpfannen von Arsenio und Sprays mit multinationalen Duftnoten halten das Schlimmste ab. Schwimmen im kontaminierten See ist leider nicht möglich. Der notwendige Zugang zum Internet wird durch einen Stick ermöglicht, der reihum geht.

An die Bischofsmesse in der Kathedrale von Caacupé schließt sich - vom Altar aus - ein längeres Erkundungsgespräch des zelebrierenden Bischofs, Monseñor Gimenez, ein Schönstattpater, mit den Gläubigen verschiedenster Gruppierungen an. Wie war die Familienfeier beim großen Geburtstag (15 Jahre!) der Tochter, die traditionell weiß gekleidet ganz vorne mit ihrer Familie in der Ehrenbank knien darf? Geht es mit den Proben des Chores, der sehr gut gesungen hat? Ist Frau X. wieder gesund? Wer kümmert sich um …? Wer will mich nachher noch sprechen?
Monseñor möchte noch viel von Deutschland, dem Papstbesuch und Schönstatt wissen. Das kann man am besten beim Abendessen. Wir fahren jetzt bequem in zwei Autos nach San Bernardino zurück, er selbst chauffiert uns im zweiten Auto.
Asunción mit seinem Stadtheiligtum hat an einem Abend etwas Besonderes zu bieten: ein lustiger, mit Musik begleiteter Schönstatt-Quiz nach der Hl. Messe. Wiederum viele Begegnungen mit Schönstättern und Bundesfamilien, die sich schon auf 2014 freuen. Wir machen dann schweigend einen Besuch bei P. Nicolas Schwyzer, der nach einem Unfall schon so lange im Koma liegt und liebevoll betreut wird, und besuchen das Haus der Patres.

Auf dem Rückflug Asunción - Saõ Paulo schließt sich ein Besuch des Territorialen Bundes von Brasilien an, der schon lange von der brasilianischen Leitung vorbereitet war und uns nach Atibaia, Saõ Paulo, Porto Alegre, Santa Cruz, Santa Maria, Curitiba und Londrina führte.
Bundesfamilien von Atibaia
Mit zwei langen Autofahrten und vier Flügen hat man für uns ein Besuchsprogramm ausgeklügelt, das uns mit fast allen Kursen und Regionen in Kontakt brachte,sowie mit allen Leitungsfamilien während deren Planungstagung. Die Bundesführerfamilie Marilene und Olindo Toaldo begleitete uns, für die Übersetzungen sorgten P. Schneider, Sr. Fernanda und an den meisten Orten Sr. Maria da Graça. Mit verschiedenen Leitungsfamilien ging es auch in französischer oder englischer Sprache gut. Die "weltweite Familie des Vaters" und unsere täglichen "kleinen Schritte" - das war der gesamte Spannungsbogen aus der langen Gründungsgeschichte der Internationalen Bewegung durch P. Kentenich und unseren konkreten Beiträgen für seine Sendung. Hinzu kam, dass wir sowohl für Ewiggeweihte als auch Kandidaten sprechen sollten. Überall waren Kinder in Scharen dabei, ein fröhliches Bild, zumal die Kleinen sich über das Aufbleiben freuten oder auch in den Armen der Eltern oder auf Stühlen einschliefen.
Es gab auch ein frohes Wiedersehen mit zwei Kursen, die in Schönstatt auf dem JK-Hof waren anlässlich besonderer Ereignisse oder Weihen. Da wurde richtig brasilianisch gefeiert: zahlreiche Jugendliche mit Musikinstrumenten, die - natürlich größtenteils in der Jugendarbeit Schönstatts tätig - zusammen mit den Eltern feiern, ein Kinderprogramm mit Singspiel und Tanz. Wir durften in Brasilien die Erfahrung machen: eine unkomplizierte, natürliche Offenheit, viel Freude am Familienbund, große Sehnsucht nach Schönstatt, ähnliche starke Herausforderungen in der Kindererziehung wie bei uns auch, eine selbstverständliche Katholizität, eine hohe Identifikation mit dem Familienbund und eine starke Wissbegierde und eine sehr gute Gemeinschaftserziehung. Das alles ist nicht auszudenken ohne den jahrzehntelangen Pioniereinsatz von Marilene und Olindo Toaldo, die, gestützt auf ein sehr gutes Leitungsteam und mitarbeitende Schwestern und P. Schneider, "hauptberuflich" Formungsarbeit machen, immer unterwegs mit brasilianischen Entfernungen, wie wir sie selbst erlebt haben. Und vor uns Renate und Norbert Martin bei ihren zahlreichen Auslandsreisen.
Dr. Heinrich und Ehepaar Zier in Rolandia
Ein Ausflug, fernab der Städte und Schönstattzentren, führte uns über Land nach Rolandia/Bela Vista, der inzwischen sehr vergrößerten Farm des Ehepaares Kühr. Der Eigentümer, Dr. Heinrich, sonst eher einem Besuch ganz abgeneigt, wurde nicht müde, mit seinen 97 Jahren in der Haltung eines Patrons von seiner Mutter, der Schwester von Frau Kühr und seinem "Pflegevater" Fritz Kühr zu erzählen. Manche Abenteuer der Familie Kühr waren auch P. Schneider, einem guten Kenner von Fritz Kühr, unbekannt. Von der Höhe seines Wohnhauses zeigte uns der Kühr-Erbe seine 5.000 ha umfassende Farm, ein Anwesen mittlerer Größe für brasilianische Verhältnisse. Zuckerrohr, Viehzucht und Soja sind die Haupteinnahmequellen, zeitweise beschäftigt er mehrere hundert Arbeiter.
Ein Besuch am gleichen Tag auf der kleinen Farm ("nur" 24 ha) bei der Bundesfamilie Gines und Bernardete Ponce ließ uns den für beide notwendigen Ausgleich zum anstrengenden Großstadtleben erfahren: Fischzucht, Schafe, Früchte, Kaffee für den eigenen Bedarf und jede Menge blühender Bäume.
Und bei der Bundesfamilie Biacchi durften wir in die Produktion der Pilgerheiligtümer hineinschauen. In der zweiten Generation werden sie gefertigt, vom jungen Firmenchef - einem Autodidakt - per Computersteuerung aus Platten gefräst und in Handarbeit liebevoll von einigen Mitarbeitern versandfertig gemacht(siehe elsonmta.com.br)..
Und beim jungen Ehepaar Moser in Curitiba hörten wir die Musik von unserem P. Gerold Langsch, viel deutsches Liedgut und durften im Restaurant des Fußballstadions das Nationalgericht Brasiliens verkosten: Churasco. Von Toaldos Wohnung in einem Hochhaus von Santa Maria hatten wir einen herrlichen Blick auf die Stadt mit ihren Ausfallstraßen, auf denen Joao Pozzobon gewandert ist.

Auf der Rückreise erfuhren wir vom Heimgang unseres Steffen Erfort. An allen Stationen in Südamerika haben wir für ihn und seine Familie gebetet, in seiner Todesstunde waren wir im Gebet mit den brasilianischen Leitungsfamilien in Londrina im Heiligtum. Sie haben mitgebetet, zum Teil kannten sie Familie Erfort von ihren Besuchen auf dem Josef-Kentenich-Hof.
Auch die noch junge Bundesgemeinschaft von Brasilien kennt schon den Schmerz des Abschiednehmens von ihren Mitgliedern. Unter dem Titel "piedras vivas" - lebendige Bausteine - möchte die Internationale Leitung die Zeugnisse derer aus den Territorien sammeln, die uns im Zeichen des Glaubens vorangegangen sind, damit unsere "Samenkörner" in den Territorien und vielleicht darüber hinaus als kostbares Erbe gesehen werden können.

Im Hinblick auf den Ansturm während 2014 beschäftigte uns unter anderem ein Gedanke: Könnten wir eine ähnliche Gastfreundschaft pflegen für ausländische Familien, so wie wir und alle deutschen Familien sie erfahren, wenn sie im "schönstättischen Ausland" sind?
Gertrud und Hans Zier, 22.11.11
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31.Oktober - 6.November :    Start-Tagung der Ü-30-er

Dieses Bild sieht nun wirklich nicht nach "Ü-30" aus! Die meisten Eltern im Hintergrund sind wohl schon "Ü-30"; aber die quirlige Kinderschar, die hier ausnahmsweise mal ruhig auf dem Boden des großen Saals im Josef-Kentenich-Hof sitzt (sonst hätte man sie gar nicht fotografieren können!) zieht das Durchschnittsalter der Tagungsteilnehmer sicher unter die 30-er-Marke hinunter.

"Ü-30" ist hier keine Altersangabe, sondern Ausdruck der Freude darüber, dass die Anzahl der Kurse des Schönstatt-Familienbundes in Deutschland die 30-Marke überschritten hat. Der 30. und 31. Bundeskurs starteten in einer gemeinsamen Tagung mit insgesamt 20 Familien die Kandidatur im Familienbund.

Höhepunkte der Tagung (zumindest aus der Kinder-Perspektive) waren das Kasperletheater (Bilder links) und der Laternenumzug der Kinder mit einem stimmungsvollen Abschluss im kleinen Saal (Bild rechts). Dem Kasperle gelang es, die Kinder in gespannte Aufmerksamkeit zu versetzen, und der Heilige Martin hat sich sicher über den vorgezogenen Martinsumzug gefreut.
...

Einige Leute von "Junges Schönstatt" überfielen während der Tagung - mit allerlei Ton-Aufnahmetechnik bewaffnet - den Josef-Kentenich-Hof. Sie suchten "starke Stimmen für eine starke Stimme", um der unter diesem Titel herausgebrachten Kentenich-Hörbuch-Reihe einen vierten Band hinzu zu fügen. Sprecher sollten dieses Mal junge Familien sein.
Gerne liehen die Erwachsenen von Kurs 30/31 ihre Stimme für die starke Stimme des Gründers; aber auch die Kinder lasen vor: Gründertexte zum Thema "Kind sein".
Am Anfang noch unsicher und etwas angespannt...
... aber hier souverän, fröhlich und unbekümmert.

PS1: Kommentar aus der Mail einer Teilnehmerfamilie: "... Sarah hat am vorletzten Abend zu mir gesagt. Mama, ich will nicht wegfahren. ich will für immer hierbleiben...".
PS2: Erfreuliche Extra-Nachricht ür die Grünen: "... Es gab auch einen kleinen Arbeitseinsatz mit Laub-Rechen und Nüsse sammeln..."
Bilder und Stichworte von Marie-Luise und Georg Gerber, 15.11.11
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Feierstunde der DG West im Kölner Heiligtum

Die Diözesangemeinschaft West
vor dem Kölner Heiligtum
Am 30. Oktober, dem 45. Jahrestag an dem Pater Kentenich im Kölner Heiligtum das Vatersymbol angebracht und das Liebesbündnis mit dem Vatergott konstituiert hat, trafen sich die Familien der Diözesangemeinschaft West an historischer Stätte.

In einer schlichten Feierstunde schlossen sie im Heiligtum das Liebesbündnis mit dem Himmlischen Vater. Pfarrer Schnocks aus Köln stand der Andacht vor und erteilte nach dem Anbetungsteil den Eucharistischen Segen.
Segnung der Vaterbündniskerzen
durch Pfarrer.Schnocks

Zur Vorbereitung auf dieses für die Diözesangemeinschaft West so wichtige Ereignis diente der Vortrag von Pater Kentenich, den er am 30. Oktober 1966 gehalten hat: Er sagte damals: "Wie kommen wir denn nunmehr von dem Liebesbündnis mit der Gottesmutter zu dem Liebesbündnis mit dem Himmelsvater? Der Vater hat das so gewollt von Ewigkeit. Woher wissen wir das? Ich könnte jetzt von zwei Seiten den Gedanken angehen. Ich sage zuerst einen Satz, der sehr gewichtig ist, aber nicht so schnell verstanden wird: Das ist ja der Sinn des Liebesbündnisses mit der lieben Gottesmutter: es soll der Ausdruck sein des Liebesbündnisses mit dem Vatergott, es soll zweitens die Sicherung sein für das Liebesbündnis mit dem Vater und drittens das Mittel, um das Liebesbündnis mit dem Vater unauslöschlich, unauflösbar zu schließen."

Als äußeres Zeichen dieses Bündnisses setzten alle Familien ihren Namen unter einen Ausdruck des Weihegebetes, das besonders schmuckvoll gestaltet war. Dazu übereichte die Diözesanführerfamilie eine selbst gestaltete Kerze mit Vatersymbol.

Nach der Andacht begaben sich alle Familien mit den Kindern zum Kaffeetrinken und Austausch ins Haus. Die Familien Dick, Stommel und Nyssen berichteten als Zeitzeugen, wie sie 1966 die Anbringung des Vatersymbols durch Herrn Pater erlebt hatten. Erst viel später sei erkannt worden, welche Bedeutung dieses Ereignis für die ganze Schönstattfamilie hat.

Frohes Kaffeetrinken nach der Andacht
Peter Dick erzählt von 1966
Auch den Kindern schmeckt´s
Von einer Gruppe gab es ein außergewöhnliches Weihegeschenk. Für jede Familie gab es einen Kugelschreiber mit der Aufschrift: "Köln 2016  -  Mit dem Vater verbunden". 2016 werden wir aus Anlass des 50. Jahrestages versuchen viele Menschen nach Köln einzuladen. Darum erhielten Monika & Michael Schulte für jede Bundesfamilie in Deutschland einen Kugelschreiber, den sie gleich während der Planungstagung an alle Diözesanleitungen verteilten.
Monika und Michael Schulte, 28.11.11
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Nochmal Jahresparole 2012

Als Ergänzung zum Bericht von der " Planungstagung sei darauf hingewiesen, dass inzwischen die neue Jahresmottokarte und eine kurze Beschreibung erschienen sind.
Jahresmottokarte
Beschreibung

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