ERFURT - Eltern haben immer
weniger Zeit für ihre Kinder – und damit auch immer weniger Zeit zur Erziehung.
Dieser Nebeneffekt der Doppelerwerbstätigkeit von Vätern und Müttern ist lange
Zeit unterschätzt worden - mit negativen Konsequenzen für die ganze
Gesellschaft. Zunehmende Gewaltbereitschaft und der allseits beklagte
Erziehungsnotstand sind nicht zuletzt auf mangelnde elterliche Zuwendung zurückzuführen. Dabei haben Väter und Mütter
aus wirtschaftlichen Gründen häufig keine Wahl und sind zur
Doppelerwerbstätigkeit gezwungen.
Für Erziehung gibt es – im
Unterschied zur Erwerbstätigkeit – keine zweite Chance. Aus diesem Grund
veranstaltet das Familiennetzwerk Deutschland zu diesem Themenkomplex das
Symposium
„Familie unter Druck“
Samstag,
9. Mai 2009, 9.30 – 22 Uhr
in
der Alten Oper Erfurt.
Referenten sind unter anderem der
Kinderpsychologe und Publizist Wolfgang
Bergmann, die englische Kinderpsychologin Melanie Gill, als
anerkannter Spezialist für das
Thema Gewalt an Schulen Dr. Siegfried
Bäuerle,
die Psychotherapeutin und Bestsellerautorin Christa Meves, der sozialpolitische
Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Michael Panse, und die Fernsehmoderatorin
und Autorin Eva Herman.
Veranstalter ist das Familiennetzwerk Deutschland in Kooperation mit der
Thüringer Elterninitiative und der Konrad-Adenauer-Stiftung
Erfurt.
Elterninitiative
und der
Kinderpsychologe Bergmann hält die
Fremdbetreuung von Kleinkindern für weitaus gefährlicher als allgemein
angenommen. Er kritisiert eine Familienpolitik, die der Öffentlichkeit
vorgaukele, dass Eltern ersetzbar seien und dass es für Kinder ein Segen sei,
wenn sie ganztags von Institutionen versorgt würden. „Mütter, die als Kinder
selber einen Mutter- bzw. Liebesmangel erlebt haben, z.B. durch eine zu frühe
Fremdbetreuung, sind kaum in der Lage, einfühlsam die Bedürfnisse ihrer Kinder
wahr zunehmen“, so Bergmann.
Während des Symposiums werden zwei
Politiker für ihr Engagement für die Familie mit dem Matejcek-Preis
ausgezeichnet: Petr Necas,
Minister für Arbeit, Soziales und Familie in Tschechien, sowie Anna Zaborska, Vorsitzende des Ausschusses
für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter im
Europäischen Parlament. Die Laudatio hält der Bevollmächtigte des Freistaats
Thüringen beim Bund, Staatssekretär Hermann
Binkert.
Das Programm des Symposiums und
weitere Informationen auf http://www.familie-ist-zukunft.de/